Sie sehen die Pflege-Mediathek der AOK Bayern
Demenz
„Ich weiß nicht was soll es bedeuten…“, so beginnt die Modulreihe des Themenbereiches Demenz. Das drückt auf poetische Weise die Hilflosigkeit und Unsicherheit von Menschen mit Demenz aus, denen Pflegende in stationären Einrichtungen begegnen. Demenz ist ein gesellschaftlich relevantes Problem. Bei fortgeschrittener Demenz wird eine Versorgung zu Hause immer schwieriger, und häufig ist die Demenz die Ursache für den Einzug in ein Altenheim. In deutschen Altenheimen sind durchschnittlich 67% der Bewohner von Demenz betroffen (Schäufele et al. 2013). Das stellt die Mitarbeiter vor große Herausforderungen. Um Menschen mit Demenz gerecht zu werden, benötigt man eine respektvolle Haltung und Verständnis für die betroffenen Personen. Aber auch erlernbare Kompetenzen sind erforderlich. So ist es wichtig, die unterschiedlichen Demenztypen zu kennen, denn Demenz ist nicht gleich Demenz. Neben der Alzheimer Demenz, die die häufigste Art ist, werden in den Modulen der Pflege-Mediathek die anderen Demenzformen und Schweregrade der Demenz vorgestellt. Der wichtigste und zugleich schwierigste Faktor zum Umgang mit Demenzkranken ist die Kommunikation. Sprache stößt hier an Grenzen. Verhaltensauffälligkeiten, das sog. herausfordernde Verhalten, stellt Angehörige, Pflege- und Betreuungskräfte vor große Herausforderungen und wird von Pflegekräften als Belastung empfunden (Halek, Bartholomeyczik 2006). In den Schulungen wird vorgestellt, wo die Kommunikationshürden liegen und welche Herangehensweisen eine Kommunikation bei Menschen mit Demenz fördern. Insbesondere durch Wahrnehmungsübungen und Übungen zum Verdeutlichen der Verlust-Situation werden die Teilnehmer an die Situation herangeführt, in der sich Menschen mit Demenz befinden. Sie werden sensibilisiert genau hinzuschauen.

Literatur
M. Schäufele et al.: Prävalenz von Demenzen und ärztliche Versorgung in deutschen Pflegeheimen: eine bundesweite repräsentative Studie Psychiatrische Praxis 2013; 40 (4); S. 200-206

M. Halek, S. Bartholomeyczik: Verstehen und handeln: Forschungsergebnisse zur Pflege von Menschen mit Demenz und herausforderndem Verhalten 2006, S. 9